Das Studium der Sozialen Arbeit und das der Pädagogik beansprucht den ganzen Menschen in seinem Bildungsprozess, der auf die Bedingungen von Freiheit und Autonomie in der Demokratie verwiesen ist. Ein Studium ist keine bloße Aneignung von Wissen, keine empiristische Beschreibung der Verhältnisse und keine affirmative Übernahme vorgegebener Normen. Es zielt auf die Durchdringung gesellschaftlicher und individueller Strukturprobleme, die sich in äußeren und biografischen Krisen und Routinen empirisch zeigen. Daher steht die empirische Analyse konkreter Handlungsprobleme auf verschiedenen Ebenen (Micro-, Macro- und Mesoebene) im Zentrum der Disziplin, die ein noch junger Teil der Sozialwissenschaften ist. Aus der Typik, die sich aus der Rekonstruktion von Konstitutionsbedingungen einer Praxis heraus ergibt, lassen sich relevante Antworten entwickeln, die konstitutiv für eine Profession sind. Ein Beispiel ist die Krise des Lernens, die sich angesichts des modernen Konzeptes der Bildung über die Lebenszeit für nahezu alle Menschen ergibt. Die Antwort der Profession liegt in der stellvertretenden Krisenbewältigung über die Lebensalter, die ein entwicklungsorientiertes Fallverstehen voraussetzt. Anschauliche Beispiele für die Logik der menschlichen Entwicklung (von einem nicht autonomen zu einem potenziell autonomen Wesen) finden sich zunächst in der Philosophie bei Platon/Sokrates, später z. B. in der Aufklärung (z. B. Kant), sowie u. a. im Pragmatismus (z. B. Dewey) und heute in der hermeneutisch-rekonstruktiven Sozialforschung. Diese Wissensbereiche bilden einen wesentlichen Teil meiner Forschung und der daraus resultierenden Lehre. In vereinfachter Form liegen für ausgewählte Bereiche Studienbriefe vor, die ein erstes Verstehen ermöglichen, das über die Lehrveranstaltungen hinaus die selbsttätige Vertiefung des Stoffs anregen sollen. Die Inhalte der jeweiligen Lehrveranstaltungen liegen zudem in ihrer Grundstruktur in verschiedenen Fachveröffentlichungen vor, die auf dieser Homepage als Quelle angegeben sind, ebenso wie die Studienbriefe und einige der PowerPoint-Präsentationen - die allerdings nur in Ergänzung durch die jeweiligen Mitschriften - in sich gültig zu verstehen sind. Zudem liegt ein Glossar als erste Orientierung vor, auch um zu zeigen, dass die Anstrengung des Begriffs konstitutiv für ein Studium ist, das einen professionellen Habitus zur Folge haben kann. Die zur Verfügung gestellten Lehr- und Lernmaterialien werden ständig aktualisiert und sind in einschlägigen Fachlexika und Fachveröffentlichungen jeweils in der neuesten Auflage gültig.
Ein kurzes Monitoring steht aktuell in den Blättern der Wohlfahrtspflege- Deutsche Zeitschrift für Soziale Arbeit (5/2010) mit dem Titel:
Sozialarbeitswissenschaft: Stellvertretende Krisenbewältigung als Modell.
- Münsteraner Erklärung: Die Zukunft der Sozialen Arbeit gemeinsam gestalten.
- Empfehlungen der Kommission Sozialpädagogik der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft zur Verankerung sozialpädagogischer Curricula in konsekutiven BA-/MA-Studiengängen an Universitäten (Arbeitspapier).
