Das Studium der Sozialen Arbeit und Pädagogik beansprucht den ganzen Menschen in seinem Bildungsprozess.
Soziale Arbeit und Erziehung - beide richten sich auf Fragen nach der Wirkung ästhetischer Erfahrung in Theorie (Disziplin) und Praxis (Profession). Als stellvertretende Leistung zur Sozialisation und Erziehung werden Hervorbringhilfen zur Lebensbewältigung erforderlich.
Der angestrebte Augenblick des Gelingens - etwa als Neuanfang in Erziehung oder Biografie nach einer Zeit der Krise - lebt von der Wirkung ästhetischer Erfahrungen. Zeit und Mühe sind notwendig, um ästhetische Bildung zu erreichen - eine Gebrauchsanleitung gibt es dafür nicht.
Orientierungshilfen bietet das Studium (der Klassiker) und der Genuss autonomer künstlerischer Ereignisse. Entscheidend aber ist die Einsicht, dass Selbsttätigkeit unabdingbar bleibt, um sich von Bevormundung zu befreien: Vermeintliche Aufklärer und selbsternannte Volkserzieher bieten heute vielfach Mogelformate an. Klassische Texte wie z. B. das Höhlengleichnis zeigen den Bildungsprozess in seiner Grundstruktur auf.
'Platons neue Höhle' droht dem gegenüber 'Reaktionsdeppen' zu erzeugen. Um in die sich »darbietenden Verbesserungen mit Kraft einzutreten« (Schleiermacher) ist es die pädagogische und sozialarbeiterische Aufgabe, ästhetische Bildung heute wieder zu ermöglichen.
- Münsteraner Erklärung: Die Zukunft der Sozialen Arbeit gemeinsam gestalten.
- Empfehlungen der Kommission Sozialpädagogik der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft zur Verankerung sozialpädagogischer Curricula in konsekutiven BA-/MA-Studiengängen an Universitäten (Arbeitspapier).
